Boule gehört zu den ältesten Spielen der Menschheit. Schon im alten Griechenland zielten Menschen mit Steinkugeln auf ein entferntes Ziel. Die Römer übernahmen die Idee, machten das Spiel populär und brachten es schließlich nach Gallien – dem heutigen Frankreich, wo sich Boule über Jahrhunderte weiterentwickelte.
Die Wurzeln unseres heutigen Spiels liegen im Provence-Ort La Ciotat. Dort trafen sich Anfang des 20. Jahrhunderts Spieler mit schweren, eisernen Kugeln. Einer von ihnen,
Jules Lenoir, litt an einer Krankheit und konnte kaum noch Anlauf nehmen. Also begann er, aus dem Stand zu spielen – „pieds tanqués“, die Füße fest am
Boden.
Seine Freunde übernahmen die Regel, weil sie das Spiel plötzlich taktischer und spannender machte. So entstand Pétanque, die modernste Form des Boule-Spiels.
Im Mittelalter und in der Renaissance erfreute sich Boule so großer Beliebtheit, dass es den Obrigkeiten ein Dorn im Auge wurde.
Die Menschen spielten lieber Boule, statt ihre Pflichten zu erfüllen – Bauern gingen später aufs Feld, Handwerker ließen ihre Arbeit liegen. Deshalb wurde das Spiel in mehreren Regionen
zeitweise verboten.
Auch Soldaten widmeten sich lieber der Kugel als dem Bogenschießen. König Karl V. soll deshalb strenge Regeln erlassen haben: Schießen ja – Boule nein.
Natürlich hielt das niemand lange auf. Boule kam zurück und wurde mit der Zeit Volkssport in Frankreich.
Heute ist Boule weit mehr als Sport.
In Frankreich gehört es zum Lebensgefühl – ein Treffpunkt für Jung und Alt, ein Spiel, das verbindet, entschleunigt und Freude schenkt.
Auch bei uns auf der Wanne spürt man diesen Geist:
Gemeinschaft, Lachen, nette Gespräche und ab und zu ein perfekter Carreau – das macht Boule aus.
Boule war einst so populär, dass ganze Städte Wettbewerbe abhielten, die mehrere Tage dauerten.
Die erste offizielle Weltmeisterschaft wurde 1959 ausgetragen.
Der Name Pétanque bedeutet in der provenzalischen Sprache „pieds tanqués“ – „feststehende Füße“.
Wenn du Lust bekommen hast, Boule einmal an seinem Ursprung zu erleben – zwischen Olivenbäumen, Lavendelfeldern und kleinen südfranzösischen Dörfern – findest du hier viele Inspirationen:
1000-Days-Europe.de – Reiseideen, Orte, Geschichten und Tipps für deinen nächsten Boule-Aufenthalt in Frankreich.
